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Hodalump Magazine 6 Min. Lesezeit

Lederhut Herren: Formen, Krempe, Wetterfestigkeit

Erst messen, dann aussuchen: Hutgröße, Krempenformen und wie viel Regen ein Lederhut wirklich verträgt – plus der Unterschied zwischen Lederhut, Cowboyhut und Capi.

Stand:
Brauner Lederhut für Herren mit umlaufender Krempe im bayerischen Stil

Unsere Empfehlungen im Überblick

Modell Bewertung Preis Zum Produkt
Unsere EmpfehlungHodalump Bavaria Hat 4.5 von 540 Bewertungen €59,95 Ansehen
Hodalump Billi Hat 4.5 von 5228 Bewertungen €49,95 Ansehen
Hodalump Lumpi Hat 4.5 von 5228 Bewertungen €49,95 Ansehen
Capi noch keine €49,95 Ansehen

Alle Angaben nach bestem Wissen zum genannten Stand. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern.

Ein Lederhut ist eines der wenigen Kleidungsstücke, bei denen die Größe wirklich entscheidet. Zwei Zentimeter zu klein drückt nach einer Stunde über den Ohren, zwei Zentimeter zu groß rutscht beim ersten Windstoß in den Nacken. Deshalb fängt dieser Artikel mit dem Maßband an und nicht mit der Optik.

Danach geht es um die Fragen, die im Laden gestellt werden: Was macht die Krempe eigentlich? Hält ein Lederhut Regen aus? Und was ist der Unterschied zwischen Lederhut, Cowboyhut und Capi?

Erst messen, dann aussuchen

Nimm ein Maßband und leg es waagerecht um den Kopf: über der Stirn, etwa einen Zentimeter über den Ohren, hinten über die stärkste Wölbung des Hinterkopfs. Nicht straff ziehen — so fest, wie der Hut später sitzen soll. Der Wert in Zentimetern ist deine Hutgröße.

Größe Kopfumfang
Medium 56–57 cm
Large 58–59 cm
XLarge 60–61 cm

Diese drei Größen gelten für alle Hüte in den Lederhüten für Herren. Wenn du zwischen zwei Größen liegst, etwa bei 57,5 cm, nimm die kleinere — Leder gibt in der Weite nach, wenn es warm wird und getragen wird. Umgekehrt geht nicht: Ein zu großer Hut wird nie kleiner.

Zwei Dinge verändern das Maß spürbar: dichte, hoch getragene Haare und der Sitz. Wer den Hut tief in die Stirn zieht, misst weiter unten am Kopf und braucht unter Umständen einen Zentimeter mehr.

Die drei Hüte — und worin sie sich unterscheiden

Hodalump Bayern Hut, 59,95 €. Der teuerste der drei und der mit dem deutlichsten Trachtenbezug. Die Beschreibung nennt Western-Stil mit traditionellem Charme — er funktioniert zur Lederhose ebenso wie zur Jeans.

Hodalump Billi Hut, 49,95 €. Die Cowboy-Variante, formal am nächsten am klassischen Westernhut. Wer den Look bewusst will, nimmt diesen.

Hodalump Lumpi Hut, 49,95 €. Der einzige der drei, für den in der Beschreibung ausdrücklich Büffelleder steht. Dazu eine schlichte Zierkordel und ein Innenband für den Halt. Formal ist er am nächsten am klassischen Trachtenhut, nur moderner geschnitten.

Und weil es dazugehört: Bei Bayern Hut und Billi Hut steht in der Produktbeschreibung nur „robustes Material“, ohne Angabe der Lederart. Wir schreiben das lieber hin, als eine Materialangabe zu erfinden. Wenn dir die Lederart wichtig ist, ist der Lumpi Hut der einzige mit belegter Angabe.

Was die Krempe leistet

Die Krempe ist kein Stilelement, sie hat drei Aufgaben — und die stehen teilweise gegeneinander.

  • Schatten. Je breiter die Krempe, desto mehr Gesicht liegt im Schatten. Das ist der Grund, warum Lederhüte im Sommer stärker nachgefragt werden als im Herbst.
  • Wasserabfluss. Eine nach unten gebogene Krempe leitet Regen vom Gesicht und vom Kragen weg. Eine flach abstehende Krempe sammelt Wasser in der Fläche und lässt es irgendwann an einer Stelle abfließen — meist genau in den Nacken.
  • Windangriff. Und hier kippt es: Je breiter die Krempe, desto mehr Angriffsfläche. Ab einer gewissen Breite braucht ein Hut entweder eine Kordel oder einen sehr genauen Sitz.

Eine seitlich hochgeschlagene Krempe, wie sie am Westernhut typisch ist, ist ein Kompromiss aus beidem: vorn und hinten Schutz, seitlich weniger Fläche für den Wind. Das ist keine Mode, das ist Physik aus dem Gebrauch heraus entstanden.

Wetterfest heißt nicht wasserdicht

Zu den Hüten steht in den Beschreibungen, dass das Material wetterbeständig ist und bei Wind und Wetter standhält. Das ist kein Marketingsatz — Leder ist von Natur aus wasserabweisend, weil die Narbenschicht dicht ist. Nur: Wasserdicht ist etwas anderes, und das behaupten wir hier auch nicht.

Was ein Lederhut tatsächlich kann: einen Schauer, einen Nieselregen, einen halben Tag Wanderwetter. Was er nicht kann: stundenlangen Starkregen. Wasser findet den Weg über die Nähte und über die Stelle, an der Krempe und Kopfteil zusammentreffen. Nach einer Stunde im Guss ist er innen feucht — das gilt für jeden Lederhut und ist kein Materialfehler.

Wenn er nass geworden ist, entscheidet die nächste Stunde über die Form:

  • Bei Raumtemperatur trocknen. Nicht auf der Heizung, nicht im Auto in der Sonne, nicht mit dem Föhn. Zu schnelles Trocknen macht Leder hart und lässt es schrumpfen.
  • Auf die Krempe stellen oder auf ein Handtuch legen, damit die Form erhalten bleibt. Nicht auf den Kopf legen, sonst zieht sich die Krempe hoch.
  • Erst wenn er vollständig trocken ist, dünn Lederfett (8,95 €) auftragen — dünner, als es sich richtig anfühlt. Fett dunkelt nach. Wie viel und wie oft, steht im Ratgeber Lederfett auftragen.

Capi, Cowboyhut, Lederhut: was ist was

Diese drei werden ständig durcheinandergeworfen, dabei sind es drei verschiedene Dinge.

Der Lederhut im engeren Sinn ist ein Hut mit umlaufender Krempe und geformtem Kopfteil aus Leder — Trachtenhut, Westernhut und ihre Zwischenformen fallen darunter.

Der Cowboyhut ist eine Bauform davon: hohes Kopfteil, seitlich aufgeschlagene Krempe, meist mit Längsdelle. Der Billi Hut geht in diese Richtung.

Die Capi ist etwas völlig anderes. Die Hodalump Capi 2.0 (49,95 €) ist eine Snapback-Cap aus 100 % Baumwolle, größenverstellbar, mit gestickten Motiven. Kein Leder, keine Krempe, kein Hut. Wer nach „Capi“ sucht und einen Lederhut erwartet, sucht das Falsche — und andersherum genauso. Beides steht in der Bekleidung, aber es sind zwei verschiedene Kaufentscheidungen.

Wozu du ihn trägst

Zur Tracht ist der Fall klar: Hut, Hemd, Lederhose, Haferlschuhe. Welche Lederhose dazu passt und worauf du beim Kauf achten solltest, steht im Ratgeber Lederhose kaufen. Für die Wiesn findest du das Drumherum bei Oktoberfest.

Interessanter ist der Alltag. Ein Lederhut zur Jeans funktioniert, wenn der Rest ruhig bleibt: einfarbiges Hemd oder T-Shirt, keine zweite auffällige Sache im Outfit. Was nicht funktioniert, ist Lederhut plus Lederjacke plus Lederstiefel — dann trägst du eine Verkleidung, keinen Hut.

Und ein letzter praktischer Punkt: Ein Hut, der einmal richtig sitzt, hält jahrelang seine Form, wenn du ihn nicht auf den Kopfteil legst und nicht am Kopfteil anfasst. Nimm ihn an der Krempe ab, leg ihn auf die Krempe. Das klingt nach Kleinigkeit und ist der Unterschied zwischen einem Hut nach fünf Jahren und einem eingedrückten Hut nach zwei.

Woran du merkst, dass er richtig sitzt

Ein Lederhut sitzt richtig, wenn er ohne Zutun hält, sich aber nach zehn Minuten nicht bemerkbar macht. Drei Kontrollen reichen:

  • Kopf nach vorn beugen. Er darf sich lösen, aber nicht herunterfallen. Fällt er sofort, ist er eine Nummer zu groß.
  • Zehn Minuten aufbehalten, dann abnehmen. Bleibt ein roter Abdruck auf der Stirn, ist er zu eng. Ein leichter Streifen ist normal, ein Druckring nicht.
  • Von vorn in den Spiegel schauen. Der Hutrand sollte etwa auf halber Stirnhöhe sitzen. Sitzt er auf den Augenbrauen, hast du entweder die falsche Größe oder du trägst ihn zu tief.

Wenn er nur an einer Stelle drückt, meist über den Ohren, liegt das an der Kopfform, nicht an der Größe. Leder gibt an dieser Stelle mit dem Tragen etwas nach, und die Wärme des Kopfs hilft dabei. Wenn er dagegen rundum zu eng ist, hilft nichts — dann ist es die falsche Größe.

Warum die Hutsaison im Sommer liegt

Die meisten rechnen bei Trachtenhüten mit September und Oktober. Tatsächlich ist die Nachfrage nach Lederhüten von Mai bis Juli am höchsten, und der Grund ist ziemlich einfach: Ein Hut mit Krempe ist im Sommer nützlich, nicht dekorativ. Er hält Sonne aus dem Gesicht, er ist leichter als jede Kappe mit dichtem Innenfutter, und er ist die einzige Kopfbedeckung, die auch zum Hemd funktioniert.

Wer ihn nur für die Wiesn kauft, kauft ihn also für den kleineren Teil des Jahres. Das ist kein Argument gegen den Kauf, aber ein Argument dafür, eine Form zu wählen, die auch ohne Tracht funktioniert.

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